4 interforaminär

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Die Implantation von 4 Implantaten interforaminär hat sich als Standard für herausnehmbaren Zahnersatz im atrophierten Unterkiefer etabliert. Weil die Implantation zwischen den beiden Nervenaustrittspunkten des Unterkiefers erfolgt, gilt eine Implantation in dieser Region als sicher. Leider wird dies häufig mit einfach verwechselt. Das Gegenteil ist der Fall. Eine Implantation im zahnlosen atrophierten Kiefer stellt hohe Anforderungen an den Implantologen.

Präoperativ ist eine dreidimensionale Röntgendiagnostik durch eine digitale Volumentomografie unserer Meinung nach wichtig. Denn für eine suffiziente Abstützung einer Prothese durch 4 interforaminäre Implantate ist eine Positionierung der ditstalen Implantate so weit wie möglich nach hinten sehr wichtig. Nur so kann eine ausreichende sagittale Abstützung der Prothese nach distal erreicht werden. Eine genaue Darstellung des Formen mentale ist hierfür unerlässlich. Zwar kann die Breite des Kiefers auch durch ein konventionelles FRS geschätzt werden. Sicherlich heutzugtage überholt, zumal der zusätzliche Informationsgehalt eines DVT`s sehr hilfreich ist und ein minimalinvasives Vorgehen ermöglicht und so das unnötige Ablösen des Mukoperiosts vom Knochen vermieden werden kann.

Dies ist besonders wichtig, da die Weichteilverhältnisse und die befestigte Gingiva in der Regel ebenfalls stark atrophiert sind. Von einer unnötige Mobilisierung des Weichgewebes sollte, wenn möglich, Abstand genommen werden, weil das Lösen der Muskulatur die Problematik eines Prolaps der Weichteile und der Lippe über den Kieferkamm provozieren kann. Dies ist auch mit einer Verstibulumplastik hinterher kaum noch kompensierbar. Wir verzichten deshalb auf einen Schnitt über die Mitte und größere Entlastungen nach distal.

Auch bei der Positinierung der Implantate selbst ist implantologische Erfahrung gefragt. Zwar kann eine Bohrschablone hilfreich sein, man sollte sich aber keinesfalls auf diese verlassen. Häufig liegt eine Deviation der Mitte vor, die zusätzlich durch eine falsche Umsetzung in der Prothese determiniert ist. Auch eine etwaige Pseudoprogenie sollte bei der orovestibulären Ausrichtung der Implantate stets berücksichtigt werden. Für einen guten Halt der geplanten herausnehmbaren Prothese ist weniger die prothetische, sondern vielmehr die statische Mitte für eine erfolgreiche Implantation maßgeblich. Die intraoperative Kontrolle der Statik mit Hilf des DVT`s, eines Zirkels und der geplanten Prothesen ist unserer Meinung nach ausschlaggebend für ein erfolgreiches und vorhersagbares Ergebnis. Der hier gezeigte Fall zeigt eine schöne Umsetzung einer Implantation interforaminar von meinem Kollegen Philip Stehling.

Denn ein Tisch fällt um, wenn nicht alle 4 Beine entsprechend statisch stützen. Vier Tischbeine auf einer Linie sind z.B. wenig erfolgsversprechend. Das gilt leider auch für eine Prothese auf Implantaten.

Dr. Oliver Zernial // Myimplant.de // Kiel

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About Author

Dr. med. Oliver Zernial // Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie // zertifizierter Implantologe // Praxis für Implantologie, Kiefer- und ästhetische Gesichtschirurgie // Willy-Brandt-Ufer 10 24143 Kiel // http://www.myimplant.de

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