BEGO Semados® RS/RSX-Line

0

Kaum erhältlich schon gesetzt! Die Anforderungen und Bedürfnisse von uns Chirurgen spielen beim Design eines Implantats häufig eine untergeordnete Rolle. Die Abutmentverbindung und das Platformswitching beherrschen seit Jahren die Aufmerksamkeit der eher prothetisch fokussierten Kollegen. „Der Dübel geht schon irgendwie rein“ lautet das Motto. In Punkto Gestaltung des Implantatkörpers greifen die Hersteller auf bewährte Konzepte zurück. Bloß nix riskieren…

Bego S BoneSpreading

Das sich die chirurgischen Möglichkeiten rasant weiter entwickeln, wird dabei wenig Rechnung getragen. Ich persönlich versuche immer nur so viel wie nötig zu augmentieren, die Weichgewebe zu schonen und wann immer möglich sofort zu implantieren. Ein Implantatsystem muss hierfür ganz bestimmte Voraussetzungen für den Erfolg der Insertion und eine entsprechende Primästabilität mitbringen. Einige sehr populäre Implantatsysteme sind für eine Sofortimplantation schlichtweg ungeeignet. Dann wird zugunsten des Implatatsystems die Indikation für ein zweizeitiges Vorgehen oder eine Augmentation gestellt. Sicher keine gute Strategie aus der Sicht des Patienten.

Das neue Bego Semados RS/RSX Implantat wird genau diesen innovativen chirurgischen Ansprüchen gerecht. Es ist jetzt apikal deutlich spitzer bzw. ist hier der Durchmesser deutlich reduziert. Durch das konische Design kann bei Bedarf durch eine Kompression des Knochens eine hohe Primärstabilität erreicht werden, wie es z.B. häufig im Oberkiefer wünschenswert ist. Bei einer Sofortimplantation ist meiner Meinung nach ein konisches bzw. apikal spitzes Implantatsystem Voraussetzung für eine erfolgreiche Implantation.

Der folgende Fall zeigt das neue Bego Semados RS/RSX Implantat in Kombination mit einem Bone-Spreading in einem horizontal fortgeschritten atrophierten Oberkiefer. Das neue Implantatdesign eignet sich hervorragend für solche Indikationen bzw. minimalinvasive Implantationstechniken. Die Implantationsplanung zeigt noch die klassische Implantatform, mit der ein Spreading sicherlich nicht oder nur erschwert möglich gewesen wäre.

Das Bone-Spreading selbt verfolgt eine andere Strategie als die klassische Augmentation. Hier wird der Kieferkamm nur krestal dargestellt und der Knochen bleibt vom Periost und Weichgewebe ernährt. Durch eine vertikale Osteotomie (vorzugsweise druch Piezo-Surgery) wird jetzt „blind“ der Kiefer gesplittet. Der Kieferkamm wurde in diesem Fall von 0 auf 3,75mm aufgedehnt, so dass die Implantate in den Spalt geklemmt werden können. Durch das spitz zulaufende Design konnte zusätzlich apikal etwas Primärstabilität durch eine unterdimensionierte Bohrung erreicht werden. In der Hand eines erfahrenen Implantologen eine echte alternative zur Augmentation. Für den Patienten, der nur einen verbesserten Prothesenhalt wünscht, auf jeden Fall die elegantere Lösung. Geringer Aufwand, kaum Schmerzen und so gut wie keine „Downtime“. Die Porthese kann ggf. nach einer Unterfütterung direkt nach der Implantation weiter getragen werden.

Dr. med. Oliver Zernial // myimplant.de // Kiel

Dr. med. Oliver Zernial

 

Share.

About Author

Dr. med. Oliver Zernial // Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie // zertifizierter Implantologe // Praxis für Implantologie, Kiefer- und ästhetische Gesichtschirurgie // Willy-Brandt-Ufer 10 24143 Kiel // http://www.myimplant.de

Comments are closed.