IDS Köln 2013: Heute 3D Scan morgen 3D Print?

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Die IDS in Köln steht vor der Tür und natürlich werden wir die Messe genauer unter die Lupe nehmen. Das Angebot ist groß und die wenigsten von uns können es sich leisten mehrere Tage Praxisumsatz zu opfern, so dass man den Besuch sorgfältig planen sollte. Aber selbst das gestaltet sich schwierig. Bei der alphabetischen Sortierung potentieller Themen bin ich nicht weit gekommen. Denn allein das Thema 3D bietet so viele Neuerungen, dass man hierüber allein eine Messe veranstalten könnte. Nun, das Thema DVT ist nicht wirklich neu und in unserer Praxis in der täglichen Routine etabliert. Unser Gendex CB 500 hat sich über die Jahre bewährt. Das Handling ist einfach, schnell und zuverlässig, was will man mehr? Seit 2011 arbeiten wir mit einer Vectra X3 von Canfield, einem 3D Body Scanner, und eines der ersten Systeme, was eine einfache und professionelle Handhabung in der Praxis erlaubt.

Doch was nützt einem die Erfassung von 3D Daten, sei es röntgenologisch oder optisch, wenn man die virtuelle Planung nicht in die reale Welt zurück transferieren kann? Natürlich kann man, wie das Cerec 3D System von Sirona schon seit Jahren beweist. Anbieter von CAM Dienstleistungen schießen wie Pilze aus dem Boden. CAD/CAM ist in Zukunft in der Zahntechnik sicher kaum noch weg zu denken. Aber was ist mit uns in der Praxis? Die Systeme setzen sich nur langsam durch, einige haben resigniert und die teure Hardware steht jetzt in der Abstellkammer. Ich habe schon seit langem die navigierte Implantation an den Nagel gehängt und benutze sie nur noch auf Wunsch des Patienten oder bei extrem komplexen Fällen. Sie ist einfach zu teuer, aufwendig und gewährleistet weder die nötige Präzision, noch bietet sie mehr Sicherheit, geschweige denn einen effizienteren Behandlungsablauf. Da wir als Überweiserpraxis keine Prothetik machen, fällt auch der Nutzen einer möglichen Sofortversorgung weg. Trotzdem simulieren wir seit Jahren fast jede Implantation mit der Naviagtionssoftware SICAT, was eine hohe Planungssicherheit und ein effizientes Arbeiten ermöglicht. Meiner Meinung nach ist die Technologie noch lange nicht so weit, um die erfahrene menschliche Hand zu ersetzen. Denn die Rahmenbedingungen, z.B. bei einer Implantation, sind einfach zu komplex. Das ist auch der Grund, warum sich die 3D Systeme bei statischen Voraussetzungen zunehmen durchsetzen.

Sorry, dass ich abschweife, aber das Thema 3D ist einfach so faszinierend, dass es schwer fällt beim Thema zu bleiben :-). Lange Rede kurzer Sinn, wir brauchen kleine, einfache und kostengünstige Lösungen, die unsere Arbeitsabläufe in der Praxis erleichtern oder ergänzen und nicht ERSETZEN!. Und deshalb ist meine erste Adresse auf der IDS die Firma 3D Systems. Sie stellt kleine und große 3D Drucker her. Die Qualität der Drucker ist wirklich beeindruckend. Dabei ist die Handhabung denkbar einfach und die Preise realistisch. Kleinere Systeme, die für die Praxis in Frage kommen, liegen bereits bei 15.000 Dollar. Natürlich sind die Systeme noch nicht für unsere Branche optimiert, was aber sicher nur eine Frage der Zeit ist. Ich kann mir zahlreiche Anwendungen in meiner Praxis vorstellen, wie z.B. Backward-Planning, Bohrschablonen oder Prints von 3D Scans.

Dr. med. Oliver Zernial // myimplant.de // myaesthetic.de // Kiel

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Dr. med. Oliver Zernial // Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie // zertifizierter Implantologe // Praxis für Implantologie, Kiefer- und ästhetische Gesichtschirurgie // Willy-Brandt-Ufer 10 24143 Kiel // http://www.myimplant.de

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