Implantoplastik: Die Ursache muss rechtzeitig weg!

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Das Thema Periimplantitis beschäftigt ganze Kongresse und verunsichert Kollegen und Patienten. Natürlich ist die Periimplantitis eine ernst zu nehmende Komplikation, aber eigentlich ist die Urasche bekannt und die Therapie klar. Selbstverständlich sind die Voraussetzungen, die der Patient mitbringt (Mundhygiene, Knochenangebot und Parafunktionen u.a.), wichtig. Aber wie Prof. Dr. Frank Schwarz während der 55. Sylter Woche der Zahnärztekamme SH mehrfach betont hat, sind die Gründe für eine Periimplantitis häufig iatrogen. Mittlerweile wissen wir, dass z.B. die „Zementitis“ eine bedeutendere Rolle in der Ätiologie der Periimplantitis einnimmt als bisher angenommen. Nicht um sonst geht der Trend wieder zu verschraubten Suprakonstruktionen.

Das eigentliche Probleme der Periimplantitis liegt meiner Meinung darin, dass sie keine nennenswerten Beschwerden bereitet, selbst wenn das Krankheitsbild weit fortgeschritten ist. Die Notwendigkeit einer chirurgischen Intervention wird häufig zu spät oder gar nicht erkannt. Dabei ist die Implantoplastik ein relativ einfach durchzuführender Eingriff, der für den Patienten weder finanziell als auch physisch ein nennenswerte Belastung darstellt.  Durch die Glättung der freiliegenden Gewindegänge und die Wiederherstellung der biologischen Breite ist die Ursache der Entzündung in der Regel beseitigt. Lediglich in der ästhetischen Zone stellt die Therapie einer Periimplantitis eine echte Herausforderung dar.

Der folgende Fall soll zeigen, dass durch ein zeitnahes und konsequentes chirurgisches Vorgehen eine Periimplantitis verhindert werden kann. Letzte Woche kam ein Patient zum Recall in die Praxis, bei dem ich vor ca. 2 Jahren direkt nach der Freilegung eine Implantoplastik durchgeführt habe. Im Vorfeld hatte ich eine Augmentation mit einem monokrotikalem Blocktransplantat in Kombination mit BioOss und BioGide durchgeführt. Trotz massivem Nikotinkonsum war das Augmentat vollständig eingeheilt. Nach der Implantation der Straumann Standard plus Implantate kam es zu einer Wunddehiszenz, die auch nach vorgezogener Freilegung und Verstibulumplastik nicht abheilte. Auf den Bildern ist das teilweise nekrotische Blocktransplantat gut zu erkennen. Erst durch eine Resektion des Knochens mit einer zeitgleichen Implantoplastik kam es zu einer vollständigen Wundheilung. Der aktuelle Zahnfilm zeigt, dass ein weiterer Verlust an knöchernem Attachment und auch die Ausbildung von Knochentaschen verhindert werden konnte. Kein schönes aber funktionell gutes Ergebnis unter Berücksichtigung der eingeschränkten Mundhygiene (siehe Fotos).

Dr. Oliver Zernial // myimplant.de // Kiel

Weitere Bilder in der Bildergalerie (Pass: iloveimplants)

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Dr. med. Oliver Zernial // Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie // zertifizierter Implantologe // Praxis für Implantologie, Kiefer- und ästhetische Gesichtschirurgie // Willy-Brandt-Ufer 10 24143 Kiel // http://www.myimplant.de

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